Mission

Geboren und aufgewachsen in Brakel, Krs. Höxter, einer Kleinstadt mit historischer Bausubstanz und Fachwerkbauten in hoher Dichte, mitten im Gebiet der Weserrenaissance, einer autochthonen Baustilrichtung. Der alltägliche Umgang mit historischen Gebäuden und die weit fortschreitenden Zerstörung ländlicher Baukultur, in einer prosperierenden Zeit, führten bei mir frühzeitig zu einer Sensibilisierung für gebaute Geschichte. In der Jugend waren Fernsehdokumentationen von Dieter Wieland („Bauen und Bewahren auf dem Lande“, „Topographie“) außerdem sehr prägend.

tl_files/baudenkmalpfleger/bilder/mission/Bernd Kibies.jpgDem damaligen Wunsch nach einer handwerklichen Ausbildung als Tischler folgt frühzeitig das Bedürfnis nach einer weiterführenden Tätigkeit, die ich in der Fachschule für Technik - Fachrichtung Baudenkmalpflege und Altbauerhaltung - in Detmold fand. Nach 2-jähriger Vollzeitausbildung und dem erfolgreichen Abschluß im Jahr 1991, befand ich mich in direktem Anschluß jahrelang in fester Anstellung in einem Kölner Architekturbüro, das vorrangig in den Bereichen Altbauerhaltung und Denkmalpflege tätig war. Mein Aufgabenfeld erstreckte sich von der Restaurierung einzelner Häuser privater Bauherren bis hin zur Instandsetzung öffentlicher Gebäude, die einer musealen Nutzung zugeführt wurden. Dort konnte ich umfangreiche Erfahrungen sammeln, die ich später in anderen Architekturbüros zielgerichtet anwenden konnte und heute ein wichtiges Fundament meiner Tätigkeit darstellen. Aus dieser Zeit ist mir auch der Umgang mit "modernen" Baustoffen bekannt und ich konnte ausreichende Erfahrungen mit der heute üblichen Leichtbauweise machen. Eine differenzierte Betrachtung dieser Bauweise in bezug auf die gebäudegerechte Bauweise, wie sie nun mal bei älteren Baudenkmälern üblich ist, fällt mir somit um so leichter, da ich die schadhafte Einwirkung dieser Baustoffe nun eingehender beurteilen kann. Nicht nur mangelnde Baupflege, sondern auch falscher Einsatz von Baumaterialien setzt leider immer noch der historischen Bausubstanz zu.

Deshalb erfordert die materialgerechte Sanierung und Instandhaltung von Baudenkmalen und Altbauten klare und individuelle Lösungen und Konzepte, die einen sensiblen und verantwortungsbewussten Umgang mit dieser Bausubstanz voraussetzt. Dabei ist auch eine genaue Abwägung von denkmalpflegerischen und zeitgemäßen Belangen und Nutzungsanforderungen wichtig. Schon im Vorfeld der Planung durchgeführte gründliche Voruntersuchungen an der Gebäudesubstanz ermöglichen eine zielgerichtete Planung und Umsetzung sowie Sicherheit über Kosten und den Umfang der Maßnahmen. Dabei sind genaue Kenntnisse über die verwendeten Baustoffe, die Konstruktion und die Schwachstellen eines Bauwerkes, auch im Kontext mit den geplanten Modernisierungsmaßnahmen, zwingend erforderlich.